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Die Schritte



Die Auseinandersetzung mit orientalischem Tanz bedeutet für mich neben der kulturhistorischen und musiktheoretischen Erforschung des Tanzes auch die Tänzerin in mir zu entdecken, zu fördern, zum Erblühen zu bringen. Durch unendlich viele Schritte – mal vorwärts, mal rückwärts – wird der (eigene) tänzerische Weg ergründet und in stilistische Bahnen gelenkt. Dazu gehört es auch, hin und wieder, Stationen meiner Reise, mit einem Publikum zu teilen, wie hier, mit diesem Video – eine Improvisation zu „Tamra Henna“.

Der orientalische Klassiker der Hennablume begleitet mich seit den Anfängen meiner tänzerischen Vita. In den vielen Variationen, die es bereits gibt, verlockt er unwiderstehlich mit seiner Leichtigkeit, Verspieltheit und Sinnlichkeit.

Amber tanzt – Tamra Henna
Musical Accompaniment: The Layali El Sharq Ensamble
Curiosity: iAntonio PHOTOGRAPHY




 

Die Haut

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Tanz geht vom Körper aus und wird an seiner Oberfläche verwandelt. Hier verweben sich Linien und Rhythmen zu Mustern, die in ihrer Wirkung das Gesamtbild vom jeweiligen Tanzstil und zugleich die persönliche Interpretation des Tanzenden entwerfen. Der orientalische Tanz verfügt über ein breitgefächertes Bewegungsvokabular. Ruckartige, bis hin zu vibrierende Bewegungen, ausladende Schwünge und weite Kreise, endlos scheinende Spiralen sowie sanft fließende, sich schlängelnde und wiegende Bewegungen wechseln sich ab und werden zu einem harmonischen Ganzen zusammengefügt. Dissoziierte Bewegungsmuster variieren mit der Kompaktheit und Stabilität, die durch die Konzentration auf die Körpermitte zustande kommt.

Doch die Oberfläche des Tanzes ist nicht gefangen durch die Konturen des Körpers. Kostüme im orientalischen Tanz zollen seinen erforderlichen Bewegungsqualitäten Tribut. Herunterbaumelnde Fransen, Perlen, Schnüre usw. untermalen die rhythmisch oszillierenden Bewegungen, während hauchzarte, nachgiebige und wallende Stoffe, Voiles, Schleier die geschmeidigen sowie die raumgreifenden Bewegungen auffächern und aus- oder teils sogar übermalen. Die arttypische Zweiteilung des Kostüms bringt die isolierten Bewegungsabläufe – die Trennung von Brustkorb und Becken, sowie die vielfältigen Bewegungsspektren des Bauches zum Vorschein.

Die Dynamik des Tanzenden dringt von innen nach außen und überträgt sich auf die getanzte Materie. Die Hülle – „die Verkleidung“ – wird zur Haut des Tanzes. Sie lässt die Bewegung in den Raum übergehen, umspielt und materialisiert sie.

Rainer Maria Rilke

Shawl

O Flucht aus uns und Zu-Flucht in den Shawl,
und, um die stille Mitte, das Begehren,
es möchte noch einmal und noch einmal
die unerhörte Blume wiederkehren
die sich vollzieht im schwingenden Geweb

Aus: Die Gedichte 1922-1926 (Bern, Oktober 1923)

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Der Raum

Mein Fokus gilt dem Raum, der die Bewegung entstehen lässt, dem Zusammenspiel ihrer vielen Elemente, das den spezifischen Charakter des orientalischen Tanzes evoziert.

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Jedes einzelne Aufbäumen und Niedersinken der Längsachse der Tänzerin erschließt den Raum zwischen der Körpermitte und dem äußersten Punkt, den sie erreichen kann. Alles schwingt von innen nach außen. Es wird ein ständiger Dialog zwischen dem Innen und dem Außen geführt. Der äußerste erreichbare Punkt markiert das Andere, das Gegenüber, die Welt. Er ist nur über innere Stabilität und vollkommene Ausgeglichenheit zu erreichen. Das Sich-hinaus-wagen alterniert immer wieder mit einer Rückkehr zu sich selbst – ein Vorgang des Öffnens und Schließens, des Fragen und Antwortens…

Der Zustand der Isolation, der Zerlegung von Bewegungsfaktoren, strebt das Zusammenfinden seiner Fragmente im Fluss der Bewegung an. Dieser Tanz ist so fähig, Gegensätze darzustellen, indem er sie über Orchestrierung vereint und somit auflöst. Schwere und Leichtigkeit. Undurchsichtigkeit und Transparenz.

Der Bauch nimmt im Rahmen dieses Koordinatensystems eine zentrale Position ein; an ihm treffen sich die Bewegungen des Brustkorbs und der Hüften und werden zu einer gemeinsamen Schwingung übergeleitet. Ähnlich der Küstenzone, an der die Wellen den Sand berühren und immer wieder neu formen, zeichnet der sensible Bereich des Bauches die Übergänge nach von festen zu fließenden, von langsamen zu schnellen, von ruckartigen zu vibrierenden Bewegungen und somit der Transformation von Energie auf der Zeitachse der Musik.

Der Platz, den der Tanz dabei beansprucht, ist unwesentlich, denn der Raum, in dem er sich manifestiert, ist der Körper selbst.

Die Orientierung

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„Or-iente“ deutet im Lateinischen die Richtung an, aus der die Sonne aufgeht und uns das Morgenrot begrüßt. Der etymologischen Bedeutung nach hat Orient also tatsächlich etwas mit einem sich in der Welt Zurechtfinden, mit Orientierung zu tun.

Dieses Jahr bot mir viele Anlässe um meinen Standpunkt, meine Definition des orientalischen Tanzes, zu überdenken, zu reflektieren, immer wieder aufs Neue zu verorten. Der Tanz bietet mir das Vokabular, um meinen individuellen Ausdruck zu fassen und nach außen zu bringen. Er ist (m)eine (Körper-) Sprache, meine (Lebens-) Zeit, mein (innerer) Raum, meine (persönliche) Reise. Dieser Weg führt mich über das Studieren der ägyptischen Kultur und Tradition, über das Erleben der ägyptische Musik, das Erspüren und Begreifen ihrer Struktur, intensives Training, Improvisation, Choreographieren, das Bereichern mit anderen Stilen, den Austausch mit anderen Tanzenden und Lehrenden…

Dabei entstehen immer wieder neue Dialoge zwischen mir und der Musik, mir und den Bewegungscodes, mir und jedem neuen Aspekt, den ich erkunde, in eine für mich passende Form übertrage oder auch für spätere Annäherungen aufhebe. In dieser Reflexion zu Theorie und Praxis entwickle ich mich als Tänzerin und was dabei zum Vorschein kommt ist (meine) Persönlichkeit.

Traeume zum Tanzen

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Die Tür öffnet sich, die Glocke erklingt… Ein zarter Duft von Samt und Seide liegt in der Luft. Der Farbrausch leuchtender Stoffe erweckt die Sinne und die Phantasie.

Durch diese Tür sind mehr Bellydance-of-Berlin-Stars und Sternchen durchgegangen als durch jede andere. Und jede(r) wird herzlichst empfangen und erstklassig bedient – im Atelier „Sarah – Träume zum Tanzen“ – eine Institution der Orientszene in Berlin und darüber hinaus. In lauschiger Atmosphäre und mit Sarahs liebevoller Art bekommen wir unsere Traum-Kostüme am Leib geschneidert sowie professionellen Rat zu allen Fragen rund um die Ausstattung, Ausstaffierung und Ausschmückung einer Bauchtänzerin. Stilechtheit und Individualität der Tänzerin kommen dabei – im wahrsten Sinne des Wortes – zum Tragen…

Es war mir eine große Ehre und Freude, beim 20.-jährigen Jubiläum des Ateliers, in ebenso charmanter Atmosphäre der Beletage in Berlin, tanzen zu dürfen und mich in meinem aktuellen Sarah-Kostüm als Bellydance-Queen zu fühlen…

Der Schleier

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Der Schleier, immer wieder gern im Tanz von mir eingesetzt, ist mehr als ein Accessoire. Als bewegte Materie markiert er die Grenze zwischen Körper und Raum, steht zugleich für das „offene Geheimnis“ der Durchdringung von Innen und Außen.

Auf eine hypnotisierende Art und Weise lockt und lenkt er den Zuschauerblick. Im Gestus des Verhüllens, des Umspielens, des Verbergens offenbart sich zugleich, wie hier auf dem Bild, die Transparenz, die Durchsicht, die Tiefensicht. Die hauchfeine Textur verschiebt Körperlinien, deutet Grenzen neu. Auf eine unfixierbare Art und Weise definiert sie das Spiel des Verhüllens und des Zeigens immer wieder neu….

Mein Künstlername

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Amber – mein Künstlername – eröffnet unterschiedliche Assoziationen – den kostbaren klaren bis undurchsichtigen gelb bis braunen Schmuckstein aus fossilem Harz.

Die Farbe – eher ein Farbenspiel, das von akazienhoniggelb über leuchtendes Gold und Orange bis hin zu einem fast dunkelbraunen Farbton, Transparenz und Opazität in sich vereint. Sowie ein orientalischer, holziger, leicht süßlicher, leicht rauchiger, warmer, erdiger Duft.

Ein Wort – (mindestens) 3 Wahrnehmungsvariationen! Ebenso empfinde ich auch den orientalischen Tanz – als das Zusammenwirken wie auch als Auslöser unterschiedlicher Sinneseindrücke, Stimmungen, Gefühle… Dieses Bild, das ebenso unterschiedliche Materien in sich birgt und „amberartig“ einrahmt, ziert ab heute meine Website.

Video

Kharamana

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Als Versinnbildlichung des Flüchtigen und Verkörperung des Ereignishaften entzieht sich der Tanz den Blicken und damit der Schrift einer Aufzeichnung. Die im steten Entstehen und Vergehen begriffene Bewegung des Tanzes, die ruhelos ihre eigenen Spuren verwischt, wird als Aufforderung an die Aufzeichnung zu lesen sein. […] In seiner Verkörperung von Flüchtigkeit ist Tanz anwesend und abwesend zugleich.

Der Tanzkörper steht nicht still, entzieht sich der Gegenwart und damit der Vergegenwärtigung mit dem lächelnden Verweis auf seine eigene Vergänglichkeit. Stets sich selbst einen Augenblick voraus und in seiner eigenen Vergangenheit ausholend, bewegt sich der Tanz zwischen den Zeiten.” Isa Wortelkamp in „Flüchtige Schrift / Bleibende Erinnerung … „ 

Hier eine Aufzeichnung mit Licht. Ein experimentelles Projekt von Ian Antonio und mir – ein Versuch der Flüchtigkeit des Tanzes mit der Kamera zu begegnen.

 


fotoshoot: 26.6.17